Krankheit und Tod im Buddhismus

von Klaus Mayer

Geburt, Alter , Krankheit, Tod. Das sind im Buddhismus vier unausweichliche, aber auch völlig natürliche Gegebenheiten im Leben eines jeden Menschen. Sie sind nichts anderes als ein Ausdruck des ständigen Wandels. Wir können unter keinen Umständen so bleiben, wie wir sind.

Ein langes und beschwerdefreies Leben zu führen ist natürlich sehr schön und bedeutet ja auch, mehr Zeit für die persönliche Entwicklung und zum Sammeln von Erkenntnis zu haben. Und wenn Krankheiten entstehen sind wir, dank der Schul‐ und Alternativmedizin, zum Glück in der Lage, viele gesundheitliche Probleme tatsächlich zu beseitigen. Chronische Erkrankungen können in vielen Fällen erträglich und möglichst schmerzfrei gestaltet werden.

Zu hinterfragen ist aber die Haltung vieler Mediziner und Pharmakologen die darauf abzielt, Krankheit irgendwann einmal „besiegen“ zu können, sie also zum Feind zu stempeln. Das entspringt einer dualistischen Einstellung und übersieht einfach die Realität.

Wenn die chronische Krankheit eines Patienten oder dessen Tod zur persönlichen Niederlage des Arztes wird, stimmt nicht nur etwas in der Betrachtungsweise nicht, sondern es gesellen sich zudem noch persönliche Schattenbereiche hinzu . Das kann ein unbewältigtes Problem mit dem Themenkreis Krankheit / Tod sein oder Ausdruck einer narzistisch überhöhten Machtvorstellung seiner selbst.

Linear gedacht sind Krankheit und Tod einfach Stationen im Leben, genau so wie Essen, Schlafen, Heirat oder Urlaub. Und wer sich die Frage stellt: „warum muß ich sterben“ kommt um die Frage: „warum wurde ich geboren“ nicht herum. Und allein um Menschen möglichst lange die Möglichkeit zu geben, mit gesundem Körper und Geist solche Fragen eindringlich zu bearbeiten und sich in allen Fertigkeiten zu perfektionieren sind wir Ärzte und Pharmazeuten tätig.

Über den Autor: Dr. Klaus Mayer ist Facharzt für Gefäßchirurgie mit eigener Praxis in Wolfsberg, http://deindoktor.at/

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