Ein warmes Frühstück als Basis für den Tag – aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin

von Christopher Po Minar

  • Frühstücke!

Wenn du auf das Frühstück verzichtest, dann läuft dein Körper schon von Anfang an auf Notprogramm.

Dies wird auch schon im Volksbrauch in folgender Bauernweisheit deutlich:

Esse in der Früh wie ein Kaiser, zu Mittag wie ein König, am Abend wie ein Bettelmann.

 

Diese Volksweisheit entstand allerdings in einer Zeit, in der die Menschen nach dem Frühstück auf ihre Felder gingen und den ganzen Tag körperlich hart arbeiteten. Da allerdings die Mehrheit von uns heutzutage eher am Schreibtisch ihr Darsein fristet, so sollte sich dieser doch so weise Spruch weniger auf die Menge an Nahrungsmittel beziehen, welche wir in der Früh in uns hineinschaufeln, sondern auf die Qualität!

Nach einigen Studien an Schulkindern haben jene, die frühstücken eine um etwa 10-15 Prozent besser Leistungsfähigkeit in der Schule.

Es gibt also nichts Wichtigeres als ein qualitativ hochwertiges Frühstück! Für klein, aber auch für groß, für dick und für dünn.

  • Iss ein warmes Frühstück!

Genau wie dein Körper „schläft“ auch dein Verdauungssystem in der Nacht. In der Früh muss daher erst das „Verdauungsfeuer“ des Magens wieder entfacht werden.

Ein kaltes Joghurt mit Südfrüchten und Orangensaft direkt aus dem Kühlschrank ist daher nur in den seltensten Fällen das geeignete Frühstück. Oder würdest du gerne zum Aufwachen mit einem eiskalten Kübel Wasser übergossen werden?

In China isst man zum Frühstück gerne „Xi Fan“ (congee), Reis, der mit viel Wasser zu einem Brei gekocht wird. Dies wirkt sehr regulierend auf Magen und Darm und gibt ein sehr angenehmes, warmes, wohliges Gefühl im Bauch.

Du kannst aber auch einen warmen Getreidebrei (Haferbrei, Hirsebrei, Polenta…) in der Früh kochen, auch eine warme Suppe in der Früh ist nicht verboten. Gute Gewürze für ein Frühstück sind beispielsweise Zimt, Vanille, Sternanis. Vermeide nur die Kombination von Getreide und saurem Obst, da die darin enthaltenen Fruchtsäuren unsere Kohlenhydratverdauung blockieren. Wenn du es tatsächlich schaffen solltest, einen Brei in der Früh zu essen, dann achte darauf, immer auch ein paar Flocken oder Ähnliches zum Knabbern hineinzugeben. Ein Brei, so gut er sein kann, birgt immer die Gefahr, dass wir völlig auf das Kauen vergessen. Bei einer beginnenden („gewöhnlichen“) Verkühlung hilft es oft, Congee mit Ingwer und Zwiebeln zu kochen. Dies wärmt, stärkt das Qi und öffnet die Körperoberfläche, sodass Wind und Kälte wieder hinausgeschwitzt werden können.

In Japan gibt es auch eine interessante Redewendung, wenn man über eine schwerkranke Person redet. Man sagt: „Jetzt füttern sie ihm Reis.“

Nichts desto trotz gibt es auch Menschen, die eher ein deftiges Frühstück mit Speck, Eiern und Bohnen benötigen, um gestärkt in den Tag zu gehen. Dies gilt vor allem für jene, die zur Stoffwechselgruppe der „Fast Oxidizer“ gehören, und somit den Grossteil Ihrer Energie aus Glykolyse gewinnen. Der „Slow Oxidizer“ hingegen bezieht den größten Teil seiner Energie aus der oxidativen Phosphorylierung und profitiert somit eher von einem guten Getreidefrühstück.

Guten Appetit!

Über den Autor: Dr. Christopher Po Minar ist sowohl Arzt für moderne westliche, als auch für Traditionelle Chinesische Medizin. Er ist Gründer und Leiter des Anshen Institutes.  http://www.anshen.at/

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