Normal oder gesund?

von Felix Berger


Man meint allgemein, weil beinahe jeder schon mehr oder weniger krankhaft beeinträchtigte Baucheingeweide, also sein so (noch nicht) genanntes „Enteropathiesyndrom“ hat, wäre das normal und was schließlich “normal“ wäre, müsste daher wohl auch „gesund“ sein. Diese wirklich fatale Verwechslung von Tatsachenwahrheit und mehrheitlicher Annahme geschieht leider heute nur allzu oft!

Wird die Nahrung nicht schon im Mund durch sorgfältiges Kauen gut aufbereitet sondern geschlungen, hinuntergespült und wird, wie nur allzu häufig ohne Genuss, nur als Kalorienzufuhr etwa vergleichbar einem Boxenstopp bei einem Formel I Autorennen gegessen oder sind die Speisen nicht frisch und nicht wohlriechend, passen sie nicht zur Tageszeit oder zum momentanen Zustand des Körpers, so bleiben sie viel zu lange im Darm liegen und verderben dort.

Die entstehenden Zersetzungsprodukte sind jedoch giftig und schädigen zuerst die empfindliche Darmschleimhaut. Das führt dann dazu, dass ihre winzigsten Flimmerhärchen gelähmt werden und so der Darm seine Selbstreinigungskraft verliert. Dann bleibt der Darminhalt tage-, oft wochenlang erhalten, stellenweise auch an der Darmwand kleben und gibt so ständig giftige Substanzen an den Körper ab.

Umgekehrt ist dabei überdies die Ausscheidung über die Darmschleimhaut in den Darm(!) und damit die Reinigung des Körpers von vielen Abfallstoffen aus dem Körperinneren in das Darmlumen, also in die innere Außenwelt hinaus massiv behindert. Die nunmehr vermehrt notwendige Reinigungsarbeit über Ersatzwege belastet immer zusätzlich den schon von der täglichen Arbeit her ordentlich geforderten Organismus jedes Einzelnen.

Die Haut – der Spiegel des Darms

Als nächste Station kommt die Leber in die Überlastungssituation. Die ganzen Fäulnis- (von der Eiweißverwesung) und Gärungsprodukte (Zucker-, Stärke-, Obst-, Rohgemüse- und Zellulosevergärung) aus einer Fehlverdauung gelangen aus dem Darm nämlich über das Blut zuerst direkt in die Leber.

Allzu oft wird dadurch deren Entgiftungskraft überfordert, und sie reagiert mit Schwellung und teilweiser Verfettung. Für eine Fettleber braucht man also heute bei weitem noch kein Alkoholiker zu sein. Da genügt durchaus die eigene nächtliche  (- nicht behördlich genehmigte, also illegale) Destillerie im Darm.

Als nächste sind von der Fehlverdauung die Ausscheidungsbereiche Nieren, die sich ihren Filtrationsdruck – also den Blutdruck – nach Bedarf selbst regeln können, die Lungen mit den Bronchien, die Schleimhäute und die Haut betroffen. Überhaupt kann man die Haut immer als den „Spiegel des Darms“ ansehen. Auch an den Gelenkskapseln und den Grenzflächen der Blutgefäße stauen sich im Körper bei Schadstoffüberflutung die Giftstoffe.

So ist die Entstehung von rheumatischen Beschwerden, Hautunreinheiten, chronischen Bronchialerkrankungen, von Arterienverengungen (mit all den möglichen Folgeerkrankungen) bis hin zu manchen bösartigen Erkrankungen durch chronische Gewebereizungen sehr gut zu verstehen.

Überschüssige Schadstoffe werden überdies im Bindegewebe zwischengelagert. Die schleimigen Ablagerungen im gesamten Bindegewebe spielen die größte Rolle bei der Entstehung chronischer so genannter „Wohlstandserkrankungen“ wie die gängige Zuckerkrankheit der Erwachsenen oder die Gicht, das schmerzhafte Bindegewebe – die Fibromyalgie usw.! Auch fettlösliche Schadstoffe werden in den bindegewebigen Fettdepots gespeichert.

Praktische Tipps:

Das Essen soll in jedem Fall gut riechen und soll frisch und appetitlich zubereitet sein. Es soll zur rechten Zeit in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre eingenommen werden können. Wesentlich ist, dass die Speisen immer gut breiig gekaut sind, weil dadurch die Oberflächen vergrößert und die Verdauungssäfte direkt eingebracht werden können. Das ist der Beginn der guten Darmpflege.

Diese entlastet den Magen und die nachfolgenden Verdauungsorgane so entscheidend, dass sie zwar angemessen und gesund belastet, aber niemals mehr überlastet oder überfordert werden; außer sie sind schon massiv gestört oder erkrankt.

Den nun ausgeführten weiteren gesunden Darmregeln sei der Merkspruch zur Darmpflege über die „3 kleinen s“ vorangestellt.

Dieser lautet: Beim E s s s e n sei: sorgfältig, sinnlich und stressfrei! Er ist die Grundlage für eine richtige Darmpflege und sollte daher sofort auswendig gelernt und nie mehr vergessen werden!

Ein einigermaßen gesunder Organismus erkennt sofort an Geruch, Anblick und Geschmacksvorstellung, was ihm im Augenblick bekömmlich sein wird. Braucht der Körper eine Speise, so riecht sie für ihn appetitanregend. Schmeckt sie aber, so kommen die Verdauungssäfte von selbst und die Speise kann unter normalen Umständen bei sorgfältigem Kauen gut verdaut werden. So wird sie zum Nutzen für Psyche und Körper.

Die nun folgenden 14 Ernährungsregeln führen unmittelbar zu mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude. Sie machen schöner, stärker und gesünder.

  1. Die Grundformel der Ernährung lautet: „Ernährung = Nahrung + Verdauung
  2. Zum gesunden Essen braucht jeder Mensch Ruhe, Entspannung und genug Zeit!
  3. Die Darmpflege beginnt mit der Nase – beim guten Duft der Speisen!
  4. Der Appetit ist wichtig und: „Hunger ist der beste Koch“
  5. Ein kräftiges Frühstück, ein normales Mittagessen aber ein geringes Abendessen!
  6. „Der Darm geht mit den Hühnern schlafen und steht mit den Hühnern wieder auf“
  7. Abends kein frisches Obst oder Gemüse; nichts mit Topfen oder Joghurt zusammen!
  8. „Was den Schmied stark macht, das zerreißt den Schneider
  9. Eine gute Verdauung beginnt mit einem sanierten Gebiss!
  10. Kleine Bissen und sorgfältig breiig kauen, weil: „Gut gekaut ist halb verdaut“!
  11. Zum Kauen niemals trinken – nur den eigenen Verdauungsspeichel einbringen!
  12. Satt sein heißt – es schmeckt nicht mehr! ( – und  nicht „ich kann nicht mehr!“ )
  13. Der Abstand zwischen den Mahlzeiten soll etwa 4-6 Stunden betragen.
  14. Nur das Toilettepapier ist das Prüfpapier des Darms!

Die 3 schlimmsten Gesundheitsfehler, die derzeit beim Essen gemacht werden, sind

erstens, dass man nicht kaut und so glaubt, beim Essen Zeit gewinnen zu können,

zweitens, dass man nur in Kalorienzufuhr wie bei Maschinen denkt und

drittens – der schlimmste aller Fehler – die ständig zu üppige Mahlzeit am Abend!

Was jetzt noch zu wünschen bleibt sind guter Appetit, kräftige Verdauung und optimale Gewebsversorgung!

Über den Autor: Dr. Felix Berger ist Allgemeinmediziner, Arbeitsmediziner, Kur- und Kneipparzt. Fast zwanzig Jahre führte er eine Landarztpraxis, die er 2001 in jüngere Hände gab. Er widmete sich nach der Rücklegung und Übergabe seiner Kassenverträge ab 2001 mit ganzer Kraft der Gesundheitsbildung. Seinen Beruf beschreibt er nun selbst mit „Gesundungslehrer“. http://www.febe.at/, http://www.heilung-und-gesundung.at/, http://winatwork.at/

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