Was die Welt zusammenhält

von Christl Meyer

Sicher das Wahre und Gute, aber nicht die Anpassung um jeden Preis. In dieser Welt der Interessensgruppen sind vielen Menschen die wahren Werte abhanden gekommen. Wir ersetzen sie  durch Gefügigkeit und Obrigkeitsdenken ebenso wie durch Aufgabe des Selbst, das immer nur eine Facette der anderen widerspiegelt und sich seiner Freiheit nicht mehr gewiss ist.

In einer Welt der Vielfalt ist jeder Mensch einzigartig und kann niemals durch Verleugnen dieser seiner Identität zu einem besseren Gelingen des Ganzen beitragen. Das Winden und Verbiegen, das Lügen und Täuschen, die fehlende Aufrichtigkeit führen zu innerem Zerwürfnis, das sich wie eine Krankheit in der Gesellschaft ausbreitet. Wo so tun als ob zur zweiten Natur geworden ist, kann eine Welt nicht gesund werden.

Was notwendig ist sind Wahrheit, Aufrichtigkeit, Mitmenschlichkeit und Bemühen aber nicht ihre Surrogate. Die Zeit, die manche Menschen mit unaufrichtigen Aktionen verbringen, ist für das Ganze eine verlorene Zeit. Das muss aber erst einmal erkannt werden. Farben sind Natur und Freude, aber nicht Signale, die eine echte und aufrechte Kommunikation ersetzen können. Wie viele Missverständnisse und Leiden hat unsere Symbolik schon die Menschen gekostet, wo ein ehrliches Wort viel einfacher und konstruktiver gewesen wäre.

Warum geben wir und mit Plagiaten und Zeichen zufrieden, wo wir durch Offenheit viel Positiveres erreichen könnten? Warum reden wir ÜBER andere statt MIT ihnen? Wer gibt uns das Recht, andere für das eigene Spiel zu missbrauchen? Nicht jeder Mensch möchte mitspielen. Die freie Entscheidung muss respektiert werden. Wieso respektieren wir nicht den Lebensentwurf des anderen? Was ist daran so schwer zu verstehen, dass mein Mitmensch auch glücklich sein möchte? Wird Glück durch Anhäufung von Geld mehr? Brauche ich Macht über andere Menschen, wenn ich keine über mich selbst habe?

Unsere Grundlage sind die MENSCHENRECHTE. Dazu gehört, dass ich meine Argumente und Gedanken äußern darf und keiner Unterdrückung, Repression, Drohung für Leib, Leben und Psyche oder Seele ausgesetzt bin. Pervertieren gute Dinge hin zum Schlechten, wenn sie immer mehr werden? In unserer Gesellschaft darf das Leid des einen nicht die Lebensgrundlage des anderen bilden.

Karitative und andere humane Tätigkeiten sind dazu da, Leid zu mindern, aber nicht es zur Selbsterhaltung zu erzeugen, um dann vermehrt tätig sein zu können. Es darf auch keine Selbstjustiz geben, die sich in einer Parallelwelt ihre eigenen Gesetze schreibt, sich über die anderen Menschen erhebend als Schiedsrichter über die Schöpfung oder Evolution!

Weltfrauentag ist auch Weltmenschentag! Wir alle sind gefragt, wenn es darum geht, menschengemachtes Unrecht zu vermeiden. Wir können nicht alles begreifen, aber alle Religionen und Ethiken kennen so etwas wie die „Goldene Regel“. Der Mensch als Teil der Natur verdient mit ihr zusammen einen respektvollen Umgang. Das Leben ist noch nicht erforscht, wir sollten es nicht durch unsere Handlungen zerstören!

Zum praktischen Teil der Umsetzung denke ich, dass unser Geist und Intellekt, der uns durch die geschaffene Technik körperlich entlastet hat und damit auch durch Steigerung der Effizienz in einigen Teilen der Welt mehr materielle Werte  verschafft hat, nun neue Aufgaben  bewältigen muss: Es geht nicht um mehr Arbeit für den Einzelnen, sondern um weniger Stunden für einen Vollarbeitsplatz, der dem Menschen ein würdiges Leben ermöglicht. Die freie Zeit brauchen wir für das Miteinander mit Familie, Freunden und für uns selbst, damit wir Zeit zur Reflexion und Kreativität sowie Kontemplation haben. Bildung, Politik und Kultur sowie die Teilnahme an  weiteren Feldern lassen uns erst zu dem werden, was wir schon lange vorgeben zu sein: Der Homo sapiens.

Wir müssen versuchen, die durch Egoismus, Ignoranz und Unwissenheit selbst geschaffenen Ungerechtigkeiten zu verringern. Das wird lange dauern, aber anfangen müssen wir jetzt! Vergessen wir nicht, dass die ersten Monate und Jahre des Lebens sehr bedeutsam und prägend sind, insbesondere was Selbstvertrauen und innere Werte betrifft. Wer sich selbst verachtet ist dem Gegenüber kein angenehmer Zeitgenosse. Wer Liebe nie GESPÜRT hat, kann sie auch nicht weitergeben. Wir wollen aber keine Gesellschaft des Misstrauens und der Falschheit sowie des Neides, der Gier, des Hasses und der Machtspiele.

Freiheit, und Achtsamkeit, Verantwortung und Einfühlung sind nur einige der Werte, die wir zusammen unterstützen müssen. Was wir brauchen ist nicht eine Verlängerung der alten Methoden, die ihre Wirksamkeit in einer guten Zukunft nicht entfalten können. Wer bewahren will, muss zu Veränderungen bereit sein. Diese betreffen eher die geistige, seelische bzw. spirituelle Dimension, ganz wie es dem einzelnen Menschen eigen ist. Die Sprache bildet hier nur eine Hilfskonstruktion, da wir unterschiedlich denken und empfinden.

Vielleicht habe ich einiges gesagt, dass Ihnen (Dir) gefällt, vielleicht gibt es auch Unterschiede! Im Sinne der freien Meinungsäußerung und  Pressefreiheit, die unsere Demokratie den Bürgern garantiert, besteht die Möglichkeit, sich selbst zu äußern. Seien wir den gerade im Aufbruch befindlichen Menschen, die sich die „Demokratie“ ersehnen, ein positives Vorbild, indem wir unsere Menschenrechte neu aktualisieren und jeder bei sich selbst mit dem „Aufräumen “ anfängt.

Wir haben die  Macht, die Erde und die Menschheit zu beschädigen, aber wir müssen und dürfen nicht tun, was technisch möglich ist. In einer gebildeten Welt (Bildung als allumfassender Begriff), in der Hoffnung für den Einzelnen und das Ganze besteht, geht die Entwicklung in die tragfähige Richtung. Es wird etwas länger dauern als mit den „alten Rezepten“, dafür ist das System aber stabiler, weil es nicht aufgezwungen worden ist. Der Menschheit kann man die Freiheit nicht vorenthalten, sie wird sich immer wehren!

Achtungsvoll und mit lieben Grüßen,
Christl Meyer

Über die Autorin: Christl Meyer ist Diplombiologin und hält regelmäßig Vorträge auf div. Volkshochschulen, z.B. über Immunsystem und Psyche oder Vorsorge und Früherkennung.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.