Heuschnupfen

28. März 2012

von Peter Berger

Beim Heuschnupfen handelt es sich um eine Überempfindlichkeits-reaktion des Immunsystems gegenüber Blüten- und Gräserpollen oder anderen körperfremden Stoffen (z.B. Hausstaubmilbenkot, Schimmelpilzen,Tierhaaren).

Eine Selbstbehandlung ist vertretbar, wenn der Auslöser des Heuschnupfens bekannt ist und die Symptome sich auf Schnupfen, Niesreiz, Bindehautentzündung und lokal begrenztes Hautjucken beschränken.

Bei Atemnot, nächtlichem oder belastungsinduziertem Husten ist an allergisches Asthma zu denken. Hier besteht Gefahr in Verzug und ein rascher Arztbesuch ist erforderlich. Ebenso bei Blutdruckabfall, großflächigen juckenden Hautreaktionen, Kindern unter 12 Jahren, schwangeren, stillenden Frauen oder bei Verdacht auf Stirnhöhlenentzündung (Druckgefühl beim Bücken). Für die Überbrückung der Zeit bis zum Arztbesuch ist eine symptomatische Therapie sinnvoll.

Welcher Nasenspray, Augentropfen oder Salbe am besten für die Selbstmedikation geeignet ist- bitte darüber mit der Apothekerin/ dem Apotheker deiner Wahl sprechen! Tipp: Durch häufiges Ausspülen der Pollen aus der Nase mit Kochsalzlösung oder mittels Nasendusche und geeignetem Nasenspülsalz kann häufig der Bedarf an antiallergischen Medikamenten reduziert werden.

Verhaltensmaßnahmen für Pollenallergiker

  • Allergen so weit als möglich vermeiden: im Wohnbereich auf Teppiche, nicht waschbare Stoffvorhänge, Polstermöbel (Staubfänger!) verzichten, Fell des Lieblingshaustieres wöchentlich mit Spezialshampoo waschen und nicht ins Schlafzimmer lassen
  • Täglich Staub saugen, um Pollen auf Teppichen und Möbeln zu entfernen.
  • Bei Allergie gegen Hausstaubmilben: milbendichte Matratzen-, Betten- und Kopfpolster verwenden
  • Lüften: 3- 4 x täglich 10 Minuten lang, nicht zwischen vier Uhr und sechs Uhr früh da Pollenkonzentration in der Luft am größten, zwischen 19 und 24 Uhr nimmt die Pollendichte ab, also der beste Zeitraum zum Lüften
  • Schlafzimmer kühl und trocken halten, ideal 18°C und maximal 50 % Luftfeuchte
  • Kleidung:  mit mindestens 60°C waschen, nicht in Wohn- oder Schlafzimmer ausziehen (Hautschuppen Hauptnahrungsquelle von Milben)
  • Am Abend Haare waschen
  • für Kinder waschbare Schmusetiere besser als Fell- und Plüschtiere
  • Autofahren: Lüftung ausschalten, Fenster schließen
  • Urlaubsplanung:  Berg- oder Meerurlaub
  • Pollenvorhersage nützen: www.pollenwarndienst.at

Literatur beim Verfasser: pberger@networld.at

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Augen: Kinder und Jugendliche

25. Januar 2012

von Jörg Hildebrandt

Was viele nicht wissen: es gibt auch schon Kinder die schwer nah-einstellen (akkomodieren) können. (= Juvenile Hypoakkomodation) Es kostet sie mehr Energie als ihre Klassenkameraden, was zu Kopfschmerzen nach der Schule, zu Augenzwinkern und zu Legasthenieartigen Beschwerden führen kann. Vor jeder Legasthenie Diagnose müssen daher Seh- und Hörfehler als Ursache vom Facharzt ausgeschlossen werden! Typisch wäre eine Zunahme der Fehler im Laufe des Aufsatzes oder Probleme beim Abschreiben von der Tafel. (Okuläre Lese- Rechtschreibstörung)

Übrigens: das Vergehen von Augenkneifen beim Kind beweist NICHT, dass es gut sieht.

Entgegen dem zunehmenden Trend: Kinder sind keine zu klein geratenen Erwachsenen! Die kindliche Sehleistung hat eigene Regeln. Ich erinnere mich an ein 3 jähriges Kind bei einer Vorsorgeuntersuchung, das -15 Dioptrien (!) kurzsichtig war und bisher nie aufgefallen war.. Natürlich glaubten mir das die Eltern nicht. Auf 7 cm sieht das Kind auch ganz scharf, in der Ferne erkennt es Papa und Mama an der Stimme und Statur auseinander, viel mehr braucht es auch noch nicht.

ABER: bis zur Schulzeit bilden sich die zuständigen Nervenzellen im Gehirn zurück, da sie damit rechnen, nie schärfer sehen zu müssen (Amblyopie = Schwachsichtigkeit). Eine Therapie (Brille) MUSS daher in den ersten Lebensjahren erfolgen, bevor es zu einer Fixierung der Amblyopie ab dem 6./7. Lebensjahr kommt. Noch wichtiger ist das bei einseitiger Sehschwäche (die noch weniger auffällt, weil ja ein Auge scharf sieht), wie sie bei minimalem Schielen oder unterschiedlicher Kurz-/ Weitsichtigkeit beider Augen auftritt.

Fazit: Augenarztuntersuchung im 2-3. Lebensjahr und dann optimal jährlich bis zur Schule, mindestens aber noch einmal mit 4 oder 5 Jahren!

Auch ein unerkanntes Mikroschielen kann zu einem Abschalten eines Auges und zu so einer Amblyopie führen. Hier muss außer der Vollkorrektur (mittels Eintropfuntersuchung bestimmt) meistens noch eine Übungsbehandlung mit Abkleben des besseren Auges über einige Stunden pro Tag erfolgen.

Kontaktlinsenträger: Hygiene und möglichst kurzes Tragen sind noch immer zu beachten, trotz Verbesserungen und anders lautender Werbung. Kontaktlinsen behindern die Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Das führt zu erhöhtem Risiko einer Gefäßeinsprossung. Die Kontaktlinsen reizen die Bindehaut in individuell unterschiedlichem Ausmaß. Das kann zu einer Verklebung der Lidranddrüsen und zu trockenem Auge führen, was es sogar unmöglich machen kann, weiter Kontaktlinsen zu tragen. Aber am Gefährlichsten ist eine Infektion mit Akanthamöben (treten praktisch nur bei Kontaktlinsenträgern auf, meist durch verunreinigtes warmes Wasser). Diese Infektion ist langwierig und kann zur Erblindung führen. -> gute Hygiene ist nötig und Kontaktlinsen nicht ablecken.

Disclaimer: Diese Tipps dienen zur Information und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keinesfalls eine ärztliche Untersuchung.

Sollten Sie durch eine Information verunsichert oder beunruhigt sein, beachten Sie, dass die Informationen allgemein gehalten und nicht auf Sie persönlich zugeschnitten sind. Holen sie entspannt Rat bei Ihren Ärzten ein.

Weitere Tipps und Informationen unter www.dr-hildebrandt.at Dr. Jörg Hildebrandt, Wahlarzt für Augenheilkunde, Homöopathie und Akupunktur, Feldmühlweg 103, 3100 St Pölten


Schwerhörigkeit durch akustische Umweltverschmutzung

1. September 2011

 

Schwerhörigkeit im Alter ist auf die Summe aller Hörschäden zurückzuführen, die wir im Lauf des Lebens erleiden. Jeder Lärm oder laute Musik, die eine Stärke von 85 Dezibel übersteigen, ist für das Gehör gefährlich.

Als bedenklich gelten längere Einwirkzeiten als acht Stunden pro Tag. Lärm oder laute Musik ab 91 Dezibel, wie sie in einer Disco oder bei einem Konzert oft erreicht  werden, sollten nur zwei Stunden auf das Gehör einwirken. Bei einmaliger Überbelastung hält die Schädigung meistens nur einige Stunden an, bei permanenter Überbelastung wird das Hörvermögen auf Dauer geschädigt.

Häufig bemerken viele Betroffene die Verschlechterung des Hörvermögens daran, dass sie ihren Gesprächspartner nur gut hören, wenn dieser sehr laut spricht. Meistens haben sie auch Schwierigkeiten, hohe Töne zu hören. Ebenso müssen sie den Fernseher lauter als andere stellen, um der Handlung folgen zu können.

Ein starkes Druckgefühl oder Ohrgeräusche sind Alarmsignale für einen Hörsturz. Nur bei rascher Diagnose bestehen gute Chancen, den Hörsturz zu heilen.
In solchen Fällen unbedingt so rasch als möglich einen Hörtest beim HNO-Arzt machen. Oft helfen durchblutungsfördernde oder entzündungshemmende Medikamente, bei weit fortgeschrittenem Verlust des Hörvermögens sind Hörgeräte oder Cochlea-Implantate empfehlenswert.

Vielfältige Ursachen der Schwerhörigkeit

  • zu laute Musik über MP3-Player
  • Verkehrslärm
  • laute Knallgeräusche (Feuerwerk, Böllerschießen)
  • technische Geräte (z.B. Staubsauger, Rasenmäher)
  • krankhafte Prozesse im Mittelohr
  • Durchblutungsstörungen, Atherosklerose, Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen (auch Passivrauchen schädigt Gehör)
  •  Stress
  • Viren, Bakterielle Erkrankungen
  • Pfropf aus Ohrenschmalz, der Gehörgang verschließt
  • mangelhafte Reinigung des Hörgeräts

 

Hörschäden vorbeugen

  • Dauerbelastungen des Gehörs vermeiden
  • nach Überbelastung des Gehörs Ohren einen Tag nur leisen Tönen aussetzen
  • bei hohen Lautstärken in Arbeit und Freizeit Gehörschutz tragen
  • 2x pro Jahr Gehörtest beim HNO-Arzt
  • falls nötig Hörgerät tragen
  • Stress vermeiden
  • viel Bewegung
  •  Blutfettwerte senken

 Tipp: Online-Hörtests auf www.hansaton.at/hoertest

 

Alles Liebe, Peter

Einladungen, Beschwerden, Anregungen: pberger@networld.at

 

„Nicht sehen trennt von den Dingen. Nicht hören von den Menschen.“ (Immanuel Kant)


Gesundheitstipps Homöopathie

18. August 2011

von Jörg Hildebrandt


Das gesunde Leben: Oft sind Menschen enttäuscht, wenn sie gesund gelebt haben und dennoch erkranken. In unserer Wellness Gesellschaft werden drei Erkrankungsformen gerne vermischt, die der Begründer der Homöopathie, Dr. Hahnemann, deutlich unterschied:

Die „uneigentlichen Krankheiten“ zieht man sich durch schlechte Lebensumstände zu (falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, ungesunder Arbeitsbereich, Ärger,..).

Man kann sie durch Besserung der Lebensweise meistens beheben.

Die „eigentlichen chronischen Krankheiten“ dringen in den Menschen ein und können von dessen „Lebenskraft“, meist nur unter Zuhilfenahme homöopathischer Medikamente geheilt werden (das heißt der Arzneien, die individuell auf den Patienten abgestimmt sind).

Dann gibt es noch die „Kunstkrankheiten“, die durch falsche oder zu starke Therapien hervorgerufen werden: Nebenwirkungen von Medikamenten. Aber auch homöopathische potenzierte Mittel können eine Kunstkrankheit auslösen, wenn sie zu lange und zu oft eingenommen werden. Vor allem Selbstmedikation über einen längeren Zeitraum kann zu Beschwerden führen, die oft nicht mit der Mitteleinnahme in Zusammenhang gebracht werden, weil man glaubt, das Mittel für ein ganz anderes Organ eingenommen zu haben. Anstatt dann das schuldige Mittel abzusetzen nimmt man noch ein weiteres ein, und dann noch eines,…

Generell sollte man sich bei Selbstbehandlung auf die akuten Krankheiten im homöopathischen Sinne beschränken: Hier tritt die Wirkung schnell ein, die Mittelwahl ist einfacher und das Risiko von Überdosierungen geringer.

Akute Krankheiten haben einen klaren Auslöser, bei sonst weitestgehender Gesundheit: Also Verletzung mit viel Blutverlust oder Bluterguss: Arnika,… Schock nach Autounfall mit Angst und Zittern, nächtlichem Erwachen: Aconit. Oder Erkältung nach Unterkühlung, mit Frostigkeit: Aconit. Eitrige Mandelentzündung mit schlechtem Mundgeruch und stark belegter Zunge, Speichelfluss: Mercurius.

Allergien beispielsweise sind chronisch, auch wenn sie akut auftreten, bei Pollenflug, oder Katzenkontakt. Denn ihnen liegt die Allergieneigung zugrunde. Auch immer wiederkehrende Infekte, Infektanfälligkeiten sind chronisch.

Fazit: Die eigentlichen chronischen Krankheiten lassen sich durch richtige Lebensführung nicht heilen – allerdings in ihrer Ausprägung mildern und hinauszögern. Eine korrekte klassische homöopathische Therapie ist empfehlenswert.

Akute Krankheiten können selbst behandelt werden, aber Vorsicht vor zu langer Einnahme! (nicht „prophylaktisch“ monatelang selbst einnehmen, um nicht krank zu werden)

Ein Homöopath ist nicht jemand, der potenzierte Mittel aufschreibt oder auspendelt, sondern jemand der die Arzneien aufgrund der nachvollziehbaren Ähnlichkeit zur Krankheitsausprägung des Patienten ermittelt.

Disclaimer: Diese Tipps dienen zur Information und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keinesfalls eine ärztliche Untersuchung.

Sollten Sie durch eine Information verunsichert oder beunruhigt sein, beachten Sie, dass die Informationen allgemein gehalten und nicht auf Sie persönlich zugeschnitten sind. Holen sie entspannt Rat bei Ihren Ärzten ein.

Weitere Tipps und Informationen unter www.dr-hildebrandt.at Dr. Jörg Hildebrandt ist Wahlarzt für Augenheilkunde Homöopathie und Akupunktur.


Mut zur Selbstheilung nach der Methode Wildwuchs

3. August 2011

von Gabriele Pröll

Mein Gesundheitstipp an alle Menschen, die mutig sind und selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen wollen: Ein Problem oder einer Krankheit möchte Ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln und lebendiger zu werden.

„Die Freiheit liegt jenseits der Grenzen, die wir uns selbst gesteckt haben“

Wenn Sie dazu Unterstützung brauchen, lesen Sie bitte weiter:

Die Methode Wildwuchs©. ist eine wissenschaftlich fundierte und sehr erfolgreiche Methode der Selbstheilung, die mit inneren Bildern und Körperbotschaften arbeitet. Ein Problem bzw. eine Erkrankung kann dabei in ihrer körperlichen, psychisch-seelischen und spirituellen Dimension erkundet werden. Menschen, die selber etwas für ihre Heilung tun wollen, haben so die Möglichkeit, mittels Entspannungsvisualisierungen ihr Problem zu erkunden und persönliche Heilungs- oder Lösungsschritte zu entwickeln.

Diese Methode ist grundsätzlich bei allen Erkrankungen und psychischen Lebenskrisen einsetzbar. Besonders bewährt hat sie sich bei Frauenthemen wie Menstruationsbeschwerden, Zysten, Myome, Endometriose, Sexualität, Partnerschaft, Kinderwunsch, Schilddrüsen- und Hormonproblemen, Wechseljahrsbeschwerden, Migräne, Allergien, Verdauungsprobleme, Rückenbeschwerden, Depressionen, Ängste, Lebenskrisen u.a. Die Methode wurde zwar für Frauen entwickelt, ist aber für Männer genauso geeignet.

Die Methode Wildwuchs ist eine sehr wahrhaftige, effiziente und lösungsorientierte Kurzzeitberatung, die erfahrungsgemäß zu sehr guten Erfolgen führen kann. Sie ersetzt keine medizinische Behandlung, ergänzt sie aber wunderbar und deckt den Teil ab, wo es darum geht, selber etwas tun zu können.

Leitung: Mag. Gabriele Pröll, Frauenforscherin, Buchautorin, Trainerin für Wirtschafts-und Sozialkompetenz, Beratung zur Selbstheilung und gesundes Coaching, Go-ching, www.pröll.info


Gefäßtraining bei Durchblutungsstörungen

25. Mai 2011

von Erich Minar

Entscheidend ist der frühzeitige Beginn mit regelmäßigem Gefäßtraining, um wirksame Umgehungskreisläufe und eine Durchblutungsreserve bei vorhandenen Durchblutungsstörungen aufbauen zu können. Die Mehrzahl der Betroffenen kann innerhalb von wenigen Monaten beschwerdefrei werden bzw. eine Steigerung der Gehstrecke und damit der Lebensqualität erreichen.

Sind durch intensives Training bereits wirksame Umgehungskreisläufe entstanden, handelt es sich dabei um „junge“ Gefäße. Sie sind noch nicht durch Risikofaktoren geschädigt und gewährleisten daher eine dauerhafte Verbesserung der Durchblutungssituation.

Gehtraining im freien Gelände

Dafür sollten Sie täglich mindestens zweimal 30 Minuten oder einmal 60 Minuten Gehtraining bereits einen Tag im Voraus planen. Sie können sich auch eine Messstrecke anlegen, um die zurückgelegte Gehleistung (und damit Ihr Erfolgserlebnis) zu überprüfen. Und zwar einmal pro Woche. Dabei gehen Sie so vor: Wählen Sie eine Gehstrecke aus, an der sich markante Punkte in immer gleichem Abstand befinden. Das kann zum Beispiel eine Trafik – an der Sie vorbeigehen – sein, eine Parkbank, eine Straßenbahn- oder Bushaltestelle oder eine Laterne. Anhand dieser Messstrecke lässt sich die Entwicklung der maximal-schmerzfreien Gehstrecke sowie der maximal- möglichen Gehstrecke feststellen. Schreiben Sie sich zur Kontrolle täglich die Trainingszeit und die Länge der zurückgelegten Strecke auf. Die auf die Belastungsphasen

folgenden Ruhephasen (Stehen – zum Beispiel vor einem Schaufenster – oder Sitzen) sollen anfangs im Verhältnis von ungefähr 1:1 den Belastungsphasen entsprechen (gleiche Zeitdauer für Gehen und Ruhen). Bei zunehmender Gehstrecke werden die Ruhepausen immer kürzer, die Wegstrecken jedoch länger. Die Ruhephase sollte jedoch jedenfalls bis zum Abklingen der Beschwerden andauern. Gehtraining kräftigt vor allem die Unterschenkelmuskulatur und ist daher bei durchblutungsbedingten Wadenschmerzen vorzuziehen.

„Strampel“-Training

Beim „Strampeln“ am Fahrrad ist die Stellung des Fußes am Pedal sehr entscheidend. Wird mit dem Zehenballen getreten, ist auch die Wadenmuskulatur voll beansprucht. Wird jedoch der Mittelfuß am Pedal aufgesetzt, kann die Oberschenkelmuskulatur die Arbeit weitgehend übernehmen und die Wadenmuskeln bleiben unterbeschäftigt. Das Fahrradfahren ist eine gute Ergänzung zum Gehtraining, ist aber keineswegs ein Ersatz dafür. Auf Schusters Rappen ent-geht man der Claudicatio am besten.

Wie lange soll man trainieren?

Die lapidare Antwort auf diese Frage lautet: Wie Zähneputzen – ein Leben lang. Nur ein dauerhaftes Gefäßtraining kann auch zu einem dauerhaft guten Erfolg führen. Einerseits können durch Langzeittraining über zwei Drittel der Patienten beschwerdefrei oder zumindest sehr gut belastbar werden. Andererseits kann ein dauerhaftes Gehtraining auch eine dauerhafte Reduktion der Risikofaktoren für Herz und Gefäße bewirken und so die hohe Sterblichkeits- und Ereignisrate bei diesen Patienten nachhaltig senken.

Über den Autor: Univ.-Prof. Dr. Erich Minar ist Gefäßspezialist und Facharzt für Innere Medizin. http://www.gefaesserkrankung.at


Beliebte Irrtümer und häufige Verletzungen zum Thema Augen

28. April 2011

von Jörg Hildebrandt


Kamillentee „Bauscherl“ bei Entzündung: eine beliebte Empfehlung, da das rote Auge tatsächlich blasser wird, denn die Kamille ist entzündungshemmend und zieht wenigstens vorübergehend die Blutgefäße zusammen. ABER: sie fördert Allergien und dafür ist die Augenpartie besonders empfänglich, selbst wenn man Kamillentee gerne trinkt. Das kann jederzeit neu auftreten und das Auge verschlechtert sich dann extrem. Bitte keine Kamille ans Auge (Vorsicht bei Allergikern: Sie ist auch in manchen Taschentüchern und sogar in Klopapier beigegeben!)

Verdirbt man sich die Augen bei schlechtem Licht? – Nein, aber wenn man eine leichte Brille bräuchte, fällt das dann auf, da die Pupillen weit werden und die Tiefenschärfe geringer. (Die älteren Fotografen kennen das noch mit der engen Blende bei viel Licht und der dann besseren Tiefenschärfe der Fotos). Mit zunehmendem Alter wird der Lichtbedarf insgesamt aber höher, das heißt es sollte die Lesebeleuchtung auch besser werden.

Es geistert immer wieder die Empfehlung herum „in die Sonne zu schauen“ – sei gut für die Psyche. Das sicherlich, weil Licht in den Melatonin Haushalt im Gehirn eingreift. Aber bitte mit geschlossenen Augen! Nie direkt in die Sonne schauen – die Linse bündelt es und brennt es in die Netzhautmitte (allenfalls kurz bei tiefrotem Sonnenuntergang). Helles hochenergetisches Licht (vor allem Blaulicht) erschöpft die Lichtrezeptoren und überlastet das System. Langfristig kann es zur Maculopathie führen („Netzhautverkalkung“ – etwas unglücklich übersetzt) – wie übrigens auch das Rauchen.

Insofern verdirbt man sich die Augen eher bei „gutem“ Licht.

Was gibt man bei Laugen / Säurenverätzung? Nicht lange denken, sofort mit Wasser spülen, spülen, spülen! Zeit ist entscheidend. Dann mit dem Beipackzettel zu Augenarzt / Augenambulanz. Vor allem Laugen, wie sie in der Landwirtschaft verwendet werden, sind hochgefährlich! Der Erblindung vorbeugen mit korrekter Einschulung und Schutzbrillen!

Beim Arbeiten mit Hammer und Meisel können Steinsplitter mit hoher Wucht wegfliegen, die das Auge zerstören können. – immer Schutzbrille und bei Verletzung Augenambulanzkontrolle!

Schweißen ohne Schutz macht einen UV Schaden an der Hornhaut (das Durchsichtige beim Auge), ähnlich der Schneeblindheit bei Gletschersonne. Die oberste Schicht verliert Zellen, sodass nach und nach die Hornhautnerven den Schaden mit starken Schmerzen melden – meistens mitten in der Nacht zum Unbill aller Beteiligten.

Beim Öffnen von Sektflaschen und Abfeuern von Raketen erkennt man Augenärzte an einem stark erhöhten Stresspegel – so zahlreich sind die Erlebnisse mit geprellten oder zerstörten Augen. Bitte Vorsicht, Flugbahn abschätzen, Korken besser mit der hohlen Hand festhalten oder ins Freie schießen, nicht nachschauen, warum die Rakete noch nicht startet,…

Schutz der Augen: bei Sonne, Schweißen, bei allen Tätigkeiten wo etwas spritzen oder wegfliegen kann: Säuren / Laugen, Schleifen, Stemmen, Hammer / Meisel, Sylvesterraketen und Sektkorken – das sind die üblichen Verdächtigen…

Weitere Tipps und Informationen unter  www.dr-hildebrandt.at

Über den Autor: Dr. Jörg Hildebrandt ist Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie. Als Praktischer Arzt und Ganzheitsmediziner behandelt er auch Erkrankungen, bei denen die Augen nicht betroffen sind. www.dr-hildebrandt.at